Aktuelles I SpieckerDietz Bestattung & Begleitung

Aktuelles

Erfahren Sie, was uns bewegt: Neuigkeiten, Projekte und Einblicke direkt aus unserem Alltag.

Keine Zeit für grüne Bananen

„Was soll das denn bedeuten?“, fragt man sich, wenn man diese Redewendung zum ersten Mal hört.

Eigentlich ganz einfach – und doch versteckt sich hier eine enorm wichtige Botschaft für das eigene Leben.

Grüne Bananen brauchen Zeit. Wer keine Zeit für grüne Bananen hat, wartet eben nicht, bis sie irgendwann reif sind – verschiebt also das Leben nicht auf später. Manche verbringen Jahre damit, auf ein Morgen zu hoffen, das ihren Vorstellungen entspricht, während das Leben doch längst läuft und in jedem Moment stattfindet. Wir sollten uns öfter mal fragen: Worauf warte ich eigentlich? Auf den richtigen Zeitpunkt? Auf mehr Sicherheit? Auf bessere Umstände?

Das Leben ist kein unbegrenzter Vorrat. Und diese Erkenntnis sollte uns wachrütteln. Sie fordert uns auf, mutiger zu entscheiden, ehrlicher zu lieben, Versöhnung nicht aufzuschieben und den Dingen Raum zu geben, die wirklich wichtig sind. Nicht erst irgendwann glücklich zu sein. Nicht erst irgendwann Zeit für Familie, Freunde oder Herzenswünsche zu finden. Nicht erst irgendwann den ersten Schritt zu wagen.

„Keine Zeit für grüne Bananen“ erinnert uns jeden Tag daran, unser Leben jetzt zu leben!

Bildnachweis: Adobe Stock #1255802087 von Resni AI

So sein lassen - oder was können wir kontrollieren?

Da sind Blattläuse auf Ihrer Lieblingspflanze im Garten? Das darf ja wohl nicht wahr sein! Gleich gegoogelt, was nun als Bestes zu tun sei, und dann mit der Schmierseifenlösung in der Sprühflasche raus, um den Läusen den Garaus zu machen.

Kennen Sie das? Wir Menschen denken, wir hätten alles unter Kontrolle und könnten die Ereignisse um uns herum steuern oder regulieren. Sogar bei solch ganz natürlichen Vorgängen mischen wir uns ein: mit Schmierseife oder heftigen Pflanzenschutzmitteln. Dabei reguliert sich vieles in der Natur ganz von selbst. Vermutlich hat schon am nächsten Morgen die Blaumeise die Läuse gefressen oder der Marienkäfer. Die Pflanze berappelt sich wieder, ihre Abwehrkräfte wurden sogar durch den Befall gestärkt – so wie bei uns nach einem Schnupfen. Und das alles ganz ohne Schmierseife.

Im Laufe unseres Lebens lernen wir nach und nach, dass wir die meisten Geschehnisse um uns herum nicht beeinflussen können oder unter Kontrolle haben – schon gar nicht die Natur! Wenn wir versuchen, das zu akzeptieren, können wir uns im „so sein lassen“ üben. Vielleicht machen wir dann die Erfahrung, dass es guttut, manchen Dingen einfach ihren Lauf zu lassen. Auch der Laus. Das Gras wächst, der Vogel fliegt, die Sonne geht wieder auf – das meiste auf diesem Planeten geschieht ohne unser Zutun.

Bildnachweis: Adobe Stock #1999299613 von photoplotnikov

Abschied unter freiem Himmel

Der Sommer ist da. Überall zeigt sich das Leben von seiner buntesten, blühendsten und kräftigsten Seite. Es ist die Jahreszeit, in der man am wenigsten an den Tod denkt – und vielleicht genau deshalb die richtige, um darüber nachzudenken, wie und wo man eines Tages die ewige Ruhe finden möchte.

Immer mehr Menschen in Deutschland wünschen sich einen Abschied, der zur Natur gehört. Keine Grabstelle aus Granit, kein kahler Friedhof im November. Stattdessen: ein Baum, unter dessen Wurzeln die Asche ruht, oder eine Wiese, auf der man Teil des natürlichen Kreislaufs wird.

Es mag der folgerichtige Abschluss eines Lebens sein, das von der Sorge um die Natur und dem Streben nach Nachhaltigkeit geprägt war. Die Integrationskraft der Kirchen hat nachgelassen, stattdessen sind andere Werte für viele Menschen bestimmend geworden. Das Verantwortungsgefühl für unsere Umwelt und wie wir sie den nächsten Generationen hinterlassen, ist für viele in den Mittelpunkt gerückt. Der Gedanke, nach dem Tod etwas wachsen zu lassen, spendet vielen Trost. Dann ist vielleicht eine Baumbestattung der richtige Weg – in einem Wald, nicht weit von ihrem Zuhause.

Dieses Gefühl teilen viele. Rund 66 Prozent aller Verstorbenen in Deutschland werden heute eingeäschert – vor 25 Jahren war es noch ein Drittel. Die Urnenbestattung hat die klassische Beisetzung im Sarg abgelöst, und mit ihr wächst der Wunsch nach Alternativen jenseits des klassischen Friedhofs. Die Nachfrage nach Waldbestattungen, Wiesenbeisetzungen und Seebestattungen steigt und die Gesetzgebung zieht langsam nach. Einzelne Bundesländer wie Sachsen-Anhalt und Sachsen haben ihre Bestattungsgesetze 2026 modernisiert und neue Formen ausdrücklich erlaubt.

Der Sommer lädt ein, draußen zu sein. Vielleicht auch, um einen Wald zu besuchen, der einem gefällt. Und dabei leise zu denken: Hier könnte ich bleiben.

Bildnachweis: Adobe Stock #331269910 von Smileus